Zwischen Kollektivseufzer und Synchronschwimmen - Resonanz und Körperlichkeit, in: Leidfaden - Fachmagazin für Krise, Leid und Trauer, Heft 2, 2025, S. 78-83.

Die menschliche Fähigkeit, Schwingungen aufzunehmen ist eine große Gabe. Sie kann uns nicht zuletzt das (Glücks-) Gefühl von Verbindung oder sogar von Einssein mit einem Gegenüber ermöglichen. Krisen, Leid und Trauer lösen Schwingungen aus, die intensiv sein können und in der Regel nicht als angenehm empfunden werden. Schwinge ich mit, wird ein Echo des schweren Gefühls meines Gegenübers in mir zum Klingen gebracht. Es kann sogar geschehen, dass dieses Mitschwingen in mir selbst Saiten anschlägt, die ich vergessen hatte oder die ich normalerweise ignoriere. 

UNBEGREIFLICH - Spiritualität und Körperlichkeit
Sinnes- und Nervenzellen machen das Immaterielle und Übersinnliche erfahrbar

von Felix Grützner, in: Hospizdialog NRW, Januar 2025

Die große Teresa von Ávila (1515-1582) fasste es in diese Worte: „Der liebe Gott ist auch zwischen den Kochtöpfen.“ Wenn eine Ordensfrau die Küche zu einem Ort des Göttlichen erklärt, dann scheint das provokant. Doch sie hat recht: Spiritualität ist für uns Menschen nur mit und in unserem Körper erfahrbar. 

TRAUER UND BEWEGUNG
Von der Kraft der Körperlichkeit
116 Seiten, Vandenhoeck & Ruprecht 2018

Körperliche Bewegung kann von großer Bedeutung sein im Umgang mit Verlusterfahrungen. Die Kraft der Körperlichkeit kann heilsam wirken. Das gilt für Sport, Atemübungen, einen Spaziergang oder wortlose Gesten von Menschen im Umfeld des trauernden Menschen. Das Buch geht den Zusammenhängen zwischen Trauer und Bewegung nach: Wie kann Bewegung Menschen durch Trauerprozesse begleiten? Welche Formen der Bewegung können für Trauernde hilfreich sein?

DER BEWEGTE MENS'CH
Trauer bewegt – Bewegung kann heilsam sein
in: Memento –  Trauernde Kinder und Eltern, 2019

So vielfältig wie wir Menschen uns im Innen und im Außen bewegen können, so zahlreich sind die Möglichkeiten, Bewegung als Hilfs- oder Heilmittel in Zeiten der

Trauer zu nutzen: Sport, Musik, Literatur, Spaziergänge, Handarbeiten, Meditation, u.v.m. Doch: „Alles hat seine Zeit.“ (Buch Kohelet/Prediger).

Selbstvergessen – Bewegung und Körperlichkeit als Ressourcen
in: demenz.Das Magazin, 61 / 2024 

Wenn Kommunikation über Worte aufgrund einer demenziellen Erkrankung erschwert ist, spielen Gesten, Mimik und Haltung eine umso wichtigere Rolle. Den Körper im Blick zu haben, hilft im Miteinander - aber auch in besonderer Weise den Helfenden und Begleitenden. 

JENSEITS DER WORTE
Die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen ist eine extrem körperliche Arbeit
in: palliativ:pflegen 20/2013

Gute Kommunikation braucht keine Dauer, sondern Intensität. Die ergibt sich häufig über Körpersprache: Ein Augenblick, ein Nicken, ein Schulterzucken - sie sprechen Bände. In der Pflege ist der Blick auf den Körper auch von erheblicher Bedeutung für den Erhalt der Leistungsfähigkeit und Selbstfürsorge. Wer lernt, den eigenen Körper besser wahrzunehmen, dann kann Situationen besser einschätzen und Entscheidungen treffen. Weil man dann merken kann, wie man sich hält oder wie manzu jemandem oder zu einer Situation steht. Eine gute Selbstwahrnehmung ist der beste Schutz vor Überlastung und Burnout.

Umgang mit Fremdheit - Ambiguitätstoleranz
Emotionale Reaktionen und deren Einfluss auf die Kommunikation
in: Kern/Gaspar/Hach: Palliative Care: Kernkompetenzen für die Pflegepraxis 2023

"Reich mir die Hand"
Körpersprache in Trauersituationen
in: Leidfaden – Fachmagazin für Krisen, Leid und Trauer
3/2013

Eine Geste, ein Blick, eine Bewegung sagen mehr als tausend Worte. Vor allem in Situationen, wo uns die Worte fehlen, hilft uns der Reichtum unserer Körpersprache. Wo wir noch nach Worten suchen, haben wir schon lange "gesprochen": mit unserer Haltung, unserem Blick, unseren Gesten. Somit sind wir niemals wirklich sprachlos!
Manchmal - etwa in der Begegnung mit trauernden Menschen - findet Begegnung ganz ohne Worte statt. 

Wert der Unruhe
Bewegung und körperlicher Ausdruck in der Liturgie
Erfahrungsbericht eines Tänzers
2014

Tanz und Gottesdienst schließen sich in vielen außereuropäischen Kulturen nicht aus. Schon in den frühen Hochkulturen der Welt war Tanz immer auch ein Element von Ritualen. Die christliche Tradition der Gottesdienstfeier ist von Gesten, Bewegungen und körperlichem Ausdruck geprägt: Hände erheben, Hände falten, Prozessionen, Segensgesten. Auch der Tanz kann seinen Ort im christlichen Gottesdienst haben. Über den körperlichen Ausdruck wird sichtbar und erlebbar, was Worte allein nicht auszudrücken vermögen.